Sterner
Syrau
Burgk
Maerchenwald
Bad Elster
Kurtschau
Osterbrunnen
Osterpfad
Brunnen
Werdau
Himmelfahrt
Zwickau
B175
Vogtlandtourist
Syrauer
Reichenbach
Ruhla
Wald
Zickra
Reudnitz
Pfaffenmühle
Altenburg

 

Wissensvermittlung vor Ort in Privatwäldern

 

 

Die Kooperations-FBG „Sächsisch Thüringisches Vogtland“ hatte zur Jahresexkursion eingeladen

 

„Soviel Teilnehmer waren wir noch nie“, freute sich Bärbel Ruder von der Forstbetriebsgemeinschaft „Am Katzenberg“, die gemeinsam mit dem Vorsitzenden Christoph Knoche der Kooperations-Forstbetriebsgemeinschaft „Sächsisch Thüringisches Vogtland“ die rund 100 Frauen und Männer, darunter vor allem viele private Waldbesitzer, Forst- und Waidleute, anlässlich der Jahresexkursion 2018 in Greiz-Reinsdorf begrüßte.

Auf dem umfangreichen Programm standen die Besichtigung einer Baumfällaktion mittels eines Harvesters an einem Steilhang, die durch den Einsatz einer Traktionsseilwinde unterstützt wurde, des weiteren ein Beispiel für gelungene Jungwaldpflege sowie der Besuch einer Erstaufforstungsfläche, die bisher als landwirtschaftliche Fläche genutzt wurde.

In zwei Gruppen, geführt von den Revierförstern Bärbel und Uwe Ruder, machten sich die Teilnehmer als erstes vom Landwirtschaftsbetrieb Christian Taubert aus auf den Weg in Richtung Göltzschtalbrücke. Während des Fußmarsches machten die Revierförster darauf aufmerksam, dass Waldfläche, in denen Baumfällarbeiten entsprechend abzusperren. Etwa auf der Höhe des ehemaligen Echo tauchten die Teilnehmer in ein Betreuungsrevier einiger privater Waldbesitzern ein. Schon von weitem waren die Motorengeräusche des bereits arbeitenden Harvesters in einem Gebiet mit einer Geländeneigung von bis zu 50 Prozent zu hören. Aus sicherer Entfernung konnten die Arbeiten in diesem schwierigen Gelände beobachtet werden. Oberhalb des Harvesters kam dabei die ferngesteuerte Traktionswinde zum Einsatz, die die Arbeitsmaschine per Seilzug sicherte, der die großen Bäume in einem Arbeitsgang fällte, entastete und auf vier Meter Länge zuschnitt. „Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Unabhängikeit von Ankerbäumen“, erklärte Bärbel Ruder, die weiter informierte, dass dieses Arbeitsverfahren die Anlage von Rückegassen in einem Abstand von maximal 25 Metern mit der Falllinie verlaufend erfordert. Oberhangig müsse ein befahrbarer Rückeweg oder zumindest eine ebene traktorbefahrbare Fläche vorhanden sein, ergänzte sie. Die Arbeitskosten belaufen sich für dieses Arbeitsverfahren in Abhängigkeit zur anschließenden Rückeentfernung zwischen 28 und 40 Euro pro Festmeter. Geplant ist in diesem Gebiet die Durchforstung von 7,8 Hektar. Eingeschränkt wird die Bewirtschaftung dieses Waldgebietes auf einer Strecke von etwa 1000 Metern durch eine Telekomleitung.

Stürme und Käferbefall verursachen zunehmend Blößen in Althölzern. Deshalb war es den Organisatoren wichtig zu zeigen, wie sich durch den dadurch möglich gewordenen Lichteinfall neben den Pionierbaumarten Birke und Linde, in feuchteren Regionen Roterle und auch andere Wirtschaftsbaumarten ansiedelten. Das gezeigte Beispiel machte sichtbar, wie in einem Gebiet von etwa einem halben Hektar Birke, Ahorn, Fichte, Kiefer, Lärche, Rotbuche, Eberesche und Roteiche sprießen konnte. „Zuerst sah man hier ein undurchdringbares Dickicht, doch nach der Jungwaldpflege mit Spacer sind die erhaltungswürdigen Mischbaumarten freigestellt und weiterhin erfolgte durch eine mit Stammzahlreduzierung einhergehende Wuchsraumregulierung“, erklärte die Revierförsterin weiter.

Dritter Anlaufpunkt war eine ehemalige landwirtschaftlich genutzte Fläche im Forst in der Nähe von Reudnitz, die im Frühjahr 1992 auf einer Fläche von fünf Hektar samt Umzäunung angelegt wurde im Rahmen eines Landesprogramms zur Erstaufforstung solcher Flächen angelegt wurde. Gepflanzt wurden damals 18.000 Stieleichen, 5000 Europäische Lärchen, 2000 Bergahorn und 2000 Gemeine Eschen. Nach jährlicher Kulturpflege folgte ein Eingriff im Nadelholzbestandteil der Fläche im Jahr 2012. Nach nunmehr 26 Jahren steht die Frage der Weiterbehandlung, über die vor Ort gesprochen wurde.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von dieser Exkursion. Sie dankten auch dem Landwirt Christian Taubert, auf dessen Hof das Mittagessen eingenommen werden konnte.

 

Diashow
  Visual LightBox Gallery

C. F.