1866

 

1866: Ein Krieg verändert Europa

 

 

NEUE SONDERAUSSTELLUNG IM MUSEUM IM OBEREN SCHLOSS GREIZ
 

 

Erinnerungsort Königgrätz

 Vor 150 Jahren erschütterte ein Krieg Europa, der die europäischen Machtverhältnisse dauerhaft veränderte und die kriegerischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts einläutete. In diesem Krieg schossen Preußen auf Sachsen und Österreicher sowie andere Verbündete. Die Entscheidungsschlacht dieses Konfliktes fand vor 150 Jahren in Königgrätz (heute Tschechische Republik) statt. Dieser Krieg beendete die Ära einer europäischen Friedensordnung, die eine innere sowie äußere Sicherheit der Bündnisstaaten gewährleisten sollte und führte zur Auflösung des Deutschen Bundes, eines relativ stabilen Staatenbundes, der in der Zeit von 1815 bis 1866 Europa prägte. Was war der Deutsche Bund? Der Deutsche Bund stellte eine neue europäische Friedensordnung mit einer Bedeutung für das gesamte Europa dar. Dieser Staatenbund war das Produkt der langen Verhandlungen des Wiener Kongresses 1814/15. Die Repräsentanten von 35 souveränen Mitgliedsstaaten sowie 4 freien Städten unterzeichnet diesen völkerrechtlichen Vertrag. Das Gebiet erstreckte sich von der Ostsee bis zur Adria. Die Bundeshauptstadt des föderalistischen Staatenbundes war Frankfurt am Main und wurde dort durch einen ständigen Gesandtenkongress, die Bundesversammlung (Bundestag) vertreten. Zwischen Habsburg und Preußen – die Reußen Die souveränen Länder Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Hauptstadt Greiz sowie das Fürstentum Reuß jüngerer Linie mit der Hauptstadt Gera standen sich 1866 in den Lagern der gegnerischen Konfliktparteien gegenüber. An diesem Beispiel kann nachvollzogen werden, in welcher prekären außenpolitischen Situation sich die kleineren Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes im Konflikt zwischen den Großmächten Österreich und Preußen befanden. Für das Fürstentum Reuß älterer Linie spitzte sich der Konflikt um die Erhaltung des Deutschen Bundes am 17. Juni 1866 zu, als die Aufforderung an das Fürstentum erging, eine Allianz mit Preußen zu schließen und sich damit vom Deutschen Bund sowie dessen Präsidialmacht Österreich loszusagen. Die am folgenden Tag durch die Regentin Fürstin Caroline Reuss Aelterer Linie zusammengerufene Regierung entschied sich aber dazu, dies abzulehnen und bekräftigte in ihrem Antwortschreiben ihre Treue zum Deutschen Bund. Dem am 14. Juni 1866 gefassten Beschluss zur Mobilmachung des Deutschen Bundes gegen Preußen kam die Fürstliche Regierung nach, indem sie ihr Kontingent am 15. Juni in die Bundesfestung Rastatt entsandt hatte. In einem Telegramm vom 20. Juni 1866 erklärte Preußen dem Fürstentum Reuß älterer Linie daraufhin den Krieg, ohne dass es zunächst zu militärischen Folgen kam. Inzwischen waren preußische Armeen ins benachbarte Königreich Sachsen, in Hannover und Hessen einmarschiert – die sächsische Armee marschierte ins österreichische Böhmen. Am 3. und 4. Juli 1866 war die Entscheidungsschlacht bei Königgrätz, bei der die preußische Armee die österreichischen und sächsischen Truppen besiegte. Die Greizer Fürstin Caroline versuchte unter diesen Bedingungen ihrem Sohn Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie den Fortbestand seiner Regentschaft zu wahren. Am 6. August stellte Caroline an Preußen einen Antrag zur Aufnahme in den Norddeutschen Bund, der am 1. September von König Wilhelm I. hinhaltend beantwortet wurde.

 

 

 Inzwischen hatten jedoch am 11. August 1866 preußische Truppen die Hauptstadt Greiz des Fürstentums Reuß älterer Linie besetzt. Während der im September in Berlin geführten Verhandlungen zwischen Preußen und Reuß älterer Linie plante der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck eine Annexion oder Auflösung des Fürstentums. König Wilhelm I. befürwortete stattdessen die Bewahrung der monarchischen Legitimität und den Erhalt der fürstlichen Dynastie. Der Friedensvertrag vom 26. September 1866 zwischen Preußen und dem Fürstentum Reuß älterer Linie garantierte daher den Fortbestand des Fürstentums und seines Fürstenhauses. Der Beitritt des Landes zum Norddeutschen Bund wurde von der Zahlung einer Kriegskontribution von 100.000 Talern abhängig gemacht. Die Hälfte dieser Summe zahlte die Regentin aus ihrer Privatschatulle, während die anderen 50.000 Taler die Staatskasse des Fürstentums auf Jahrzehnte hin belasteten. Zwar erlangte das Königreich Preußen die vollständige militärische sowie außenpolitische Kontrolle über das Fürstentum, jedoch blieb Fürst Heinrich XXII. Reuss Aelterer Linie in den folgenden Jahrzehnten ein grimmiger und ausdauernder Gegner. Diese Sonderausstellung im Museum im Oberen Schloss Greiz wurde durch eine Zusammenarbeit der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz mit der Technischen Universität Chemnitz, dem Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Greiz und dem Verein Dialog mit Böhmen e.V. Greiz realisiert. Ausstellungstafeln der Technischen Universität Chemnitz erinnern an die Ereignisse und sächsischen Denkmäler auf den ostböhmischen Kriegsschlachtfeldern von 1866. Diese vergessenen und verdrängten Ereignisse der deutschen Geschichte werden durch einzigartige Archivalien des Staatsarchives Greiz sowie Museumsobjekte der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz erweitert. Dadurch werden wichtige landesgeschichtliche Aspekte des Fürstentums Reuß älterer Linie hervorgehoben und die Bedeutung dieser Ereignisse in einen historisch nachvollziehbaren Kontext gestellt.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, dem 14.08.2016 um 11.00 Uhr im Museum im Oberen Schloss Greiz laden wir Sie und Ihre Freunde recht herzlich ein.

 

 



Buckelapotheker

 

Das Erbe der Buckelapotheker - Kräuter aus

 

dem Vogtland

 

 

 

„Das Erbe der der Buckelapotheker – Kräuter aus dem Vogtland“ Ausstellungsverlängerung bis 16. September 2018 Liebe Schulanfänger, liebe junge und alte, liebe kleine und große Lernende Ich hoffe Ihr habt Euch trotz der brütenden Hitzewelle Eure Neugierde bewahrt! Nun sind die Sommerferien vorbei und sicherlich hat sich jeder von Euch nach einem erfrischenden Bad im Wasser auf die grüne Wiese gelegt oder hat die Zeit für intensive Fußballspiele genutzt. Es ist herrlich mit Freunden und Eltern dem Ball nachzujagen – irgendwann landet jeder nach einem Foul, Glanzparade oder vor Erschöpfung freiwillig oder unfreiwillig auf der Wiese. Aber habt Ihr diesen Moment der Bodennähe genutzt, um Euch die kleinen und großen Pflanzen in Eurer unmittelbaren Umgebung genauer anzuschauen? Habt Ihr an Ihnen gerochen? Jede Pflanze hat seinen eigenen, besonderen Duft – seine besondere Wirkung. Sicherlich habt Ihr eher die angenehme Kühle des Bodens genossen, um erfrischt weiterzuspielen. Deshalb wird die Sonderausstellung „Das Erbe der Buckelapotheker – Kräuter aus dem Vogtland“ des Museums im Unteren Schloss bis zum 16.09.2018 verlängert. Es gibt in dieser Ausstellung viel zu entdecken! Eine Ausstellung für alle Sinne – die Nase erschnuppert Bekanntes und Neues, die Zunge unterstützt mit ihrer Sensibilität die Augen und Hände beim Entdecken, Fühlen und interaktiven Lernen. Für angemeldete Kindergruppen bieten die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz nur für diese Sonderausstellung des Museums im Unteren Schloss einen Wahrnehmungspfad als interaktives Spiel an. Die Kinder lernen Kräuter aus ihrer unmittelbaren Umgebung kennen und zu unterscheiden. ERLEBNIS MUSEUM – HILFREICHE SINNESFREUDEN AUS DER NATUR „Das Erbe der Buckelapotheker – Kräuter aus dem Vogtland“ folgt dem vergessenen Wissen über Heilkräuter und belebt dieses durch liebevoll tagesaktuell gestaltete Kräuterbeete.

 

 

Diese Ausstellung spricht alle Sinne der Besucher an, denn zu einer kleinen, individuellen Kräuterverkostung sind alle Besucher in freier Entscheidung und in eigener Verantwortung eingeladen. Täglich werden die Hochbeete in den Ausstellungsräumen mit neuen Kräutern und „Unkräutern“ aus der unmittelbaren Umgebung von Greiz durch die Museumsmitarbeiter liebevoll bestückt und ergänzt. Viele Wildpflanzen fanden den Weg aus den heimischen Gärten und Wiesen in die Sonderausstellung. So können sich die Besucher im Museum im Unteren Schloss durch das Wissen für den alltäglichen Umgang mit Pflanzen in der Natur und im Garten inspirieren lassen. Vielleicht hat nach diesem Besuch auch der Rasenmäher ein paar Tage länger Urlaub, denn viele Wiesen bieten dem Entdeckenden und Sehenden ein reichhaltiges Angebot. „Erlebnisbezogenes sowie interaktives Lernen mit allen Sinnen ist in den Ausstellungen der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz im Oberen Schloss und im Unteren Schloss gleichermaßen ein besonderes Anliegen. Das Besondere an dieser Sonderausstellung zu den Kräutern des Vogtlandes ist die Möglichkeit durch Riechen, Schmecken, Sehen und Fühlen nachhaltige Erlebnisse zu haben, die im Alltag erneuert, vertieft und weitergegeben werden können.“ (Rainer Koch, Leiter Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz) Bitte beachten Sie, dass jegliche Anwendung der vorgestellten Heilpflanzen ausschließlich in freier Entscheidung und in eigener Verantwortung geschieht. Spielerische museumspädagogische Projekte für Kindergarten- und Schulkinder sowie Kräuterführungen für Erwachsene bitte vorher telefonisch anmelden (03661-703411)