Vogtlandhalle
Philharmonie
Tanzgala
Kammerkonzert
Bibiothek
Faust
Tanznart

 

Lesung mit U.S. Levin strapazierte die Lachmuskeln

 

 

der Bibliotheksbesucher

 

 

Lachen soll bekanntlich gesundheitsfördernd sein. Vielleicht haben sich deshalb so viele Besucher am Dienstagabend auf den Weg in die Kreis- und Stadtbibliothek Greiz gemacht, um die kabarettistische Lesung „Sex vor zwölf“ mit einem der wohl bekanntesten Alltagssatirikern unserer Zeit, dem Leipziger U.S. Levin, nicht zu verpassen. Obwohl der Markkleeberger gleich eingangs davor warnte, dass Sex im Alter nicht ganz ungefährlich sei, stellte er zunächst sein erstes Kinderbuch, das insgesamt 14. seines künstlerischen Schaffens, vor, dass eher nachdenklich als erheiternd stimmte. Dabei handelt es sich um den zehnjährigen Lars, der in der Schule von zwei Sitzenbleibern gemobbt wird. Eines Tages fing er im Badezimmer eine Fliege, die ihn bittet, ihr nichts anzutun. Statt seine Übermacht auszuleben, um diese zu piesacken oder zu töten, erinnerte er sich an seine Probleme und lies sie fliegen. Nach und nach gewinnt Lars aus diesem Erlebnis heraus Selbstvertrauen. Und vielleicht geht sein größter Wunsch in Erfüllung, dass ihn die schöne Lisa eines Tages mag.

 

 

Wie nicht anders zu erfahren, kam der Ich- Erzähler anschließend so richtig in Fahrt, erklärte das Evolutionsgeschehen mit dem Ergebnis, dass die Männer ebenso wie im Tierreich doch die schönsten seien, berichtete auf unnachahmliche Weise aus einem seiner Bücher vom Zuzug einer neuen attraktiven Nachbarin, die seinen Testosteronspiegel-Spiegel immens in die Höhe trieb und wie er sich als selbstloser Helfer in ihren vier Wänden volksmundig gesprochen letztendlich zum Löffel machte. Lachsalven des Publikums begleiteten dabei seine Erzählung bis hin zur überraschenden Pointe. Der Satiriker erwies sich vor allem auch als rhetorisch begabter Künstler, der es insbesondere verstand, nach entsprechender Kunstpause auf seine Pointen noch einen draufzusetzen, was zur Folge hatte, dass sich vor allem einige der in Überzahl anwesenden weiblichen Besucherinnen vor Lachen kaum noch auf den Stühlen halten konnten. Höchst amüsant waren auch die furchtbaren Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht während der ersten Tanzstunden mit einem stämmigen Mädchen, das am Ende seine Zehen zertrümmerten, der Begegnung einer Rentnerin mit einem Ski fahrenden Hiro im Treppenhaus oder auch seine Schnarchattacken, die zu einigen amüsanten Konversationen mit seiner Frau führten. Der Einwurf, dass Frauen und Männer im Grunde genommen nicht zusammen passen, außer ein bissel in der Mitte, löste ebenso fröhliche Heiterkeit aus wie die Geschichte aus dem Buch „Sex vor zwölf“, in der er auf der Suche nach weiteren drei Frauen war.

Bibliotheksleiterin Corina Gutmann dankte U.S. Levin mit einer Flasche Greizer Pilsner für seine außergewöhnliche Lesung. „Dass ist eine Erinnerung an das Jahr 1982, als ich als Wehrpflichtiger im Pöllwitzer Wald bei der Schneebruchbeseitigung eingesetzt war. Als Belohnung bekamen wir am Abend Schlosspils“, erklärte er. Die Lesung kam durch Hinweise unserer Bibliotheksnutzerinnen zustande, die mir diesen Tipp gaben“, verriet Corina Gutmann am Rande der gelungenen Veranstaltung.

 

C. F.