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Erlebnisreiche Nachtwanderung zum Weißen Kreuz

 

 

in Greiz

 

 

 

Wandern ist nicht nur des Müllers Lust sagten sich offensichtlich 14 Frauen, Männer und Kinder, die am Karfreitagabend  zu einer Nachtwanderung mit dem Greizer Nachtwächter Holger Wittig zum Weißen Kreuz aufbrachen, einem der  beliebtesten Aussichtspunkte der Vogtlandstadt.
Schon auf dem Weg durch den Fürstlich Greizer Park wusste der Nachtwächter viel zu berichten. Schließlich gehört dieses 43 Hektar große Areal samt seinem Sommerpalais zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Perle des Vogtlandes, wie Greiz auch genannt wird. „Fürst Heinrich XXII, wird oft als Gegner des Eisenbahnbaus der Strecke Gera-Greiz bezeichnet.

Das war er mit Sicherheit nicht. Er wollte lediglich verhindern, dass sie durch den historischen Landschaftspark, der nach einer gartenkünstlerischen Konzeption von Carl Eduard Petzold und Rudolf Reinecken mit einmaligem Charme begeistert. Nach weiteren vorgeschlagenen Streckenführungen, die allesamt verworfen wurden, einigte man sich schließlich auf die Variante, die Schienen am Rande des Parks zu verlegen und mittels einer grünen Maskierung aus Bäumen und Sträuchern nahezu unsichtbar zu gestalten,“ erklärte Wittig.
Die Wanderung führte weiter über den Laagweg mit dem anschließenden steilen Aufstieg durch den Wald zum Weißen Kreuz.

Die Anstrengungen wurden bei der Ankunft auf dem Felssporn des Wanderziels mit einem einzigartigen Blick auf ein Lichtermeer belohnt, die bei klarer Sicht ins Tal Elster über den Bergkegel zum Oberen Schloss, den tausenden Lichtern der Stadthäuser und des im dunkel schimmernden Parks. Am Horizont waren die Lichter des Kuhberges, der höchsten Erhebung im nördlichen Vogtland, gut zu erkennen.  Der Greizer Nachtwächter ist dafür bekannt, dass er mit großem Redeschwall und meist humorvoll, gepaart mit vielen Gags, über historische Hintergründe berichtet. So auch zum Weißen Kreuz, das ursprünglich entgegen manch anderer Sagen zum Gedenken an die Prinzessin Sophie, der ersten Gemahlin des Fürsten Heinrich XX. Reuß älterer Linie im Jahr 1838 als Holzkreuz errichtet wurde damals logischerweise auch die Bezeichnung Sophienkreuz trug.

 


Blick auf Greiz

 

Als Belohnung für die anstrengende Besteigung hatte Holger Wittig für jeden Erwachsenen einen guten Tropfen mitgebracht. Also wurde erst einmal zünftig angestoßen und dabei über allerlei Greizer Geschichten geplaudert, bevor der steile Abstieg bewältigt wurde. „Die Wanderung war für uns interessant und sehr aufschlussreich. Wir haben dabei viel über geschichtliche Hintergründe erfahren können“ freute sich Michael Kliche, der mit Yvonne Weiß an der Tour teilnahm. Auch für die Familien Home und Thieme war dieser Abend ein ganz besonderes Erlebnis, wie sie betonten.
Selbst auf dem Heimweg wusste der Nachtwächter noch einiges zu berichten. So zum Beispiel im Vorbeigehen am Arnoldsstift, dem jetzigen Senioren- und Pflegeheim Anna Seghers, das einst von der Fabrikantenfamilie Arnold als Spende errichtet wurde. Deren Grabstätte befindet sich innerhalb dieses Geländes, was außergewöhnlich ist. Beim nächtlichen Anblick der Villa Schilbach/Heine, die im außergewöhnlichen Baustil in der Leonhardtstraße errichtet wurde, kam der Nachtwächter regelrecht ins Schwärmen über die in Greiz noch zahlreich gut erhaltenen Fabrikantenvillen. „Greiz wurde sogar schon in einem Werbefleyer als kleines Salzburg beschrieben“, berichtete er abschließend stolz.
An diesem Abend waren noch weitere Wandersleute auf Tour zum Weißen Kreuz. Darunter die Familie Foss-Geschke mit den Kindern Jannes und Logan, die unter den Felsgestein des Weißen Kreuzes etwas ganz besonderes entdeckten – eine Dose, gefüllt mit Osternaschereien, die sie teilweise entnahmen, aber auch einiges wieder hinein getan haben. Denn das Weiße Kreuz ist auch bekannt als ein Punkt des beliebten Geocachings.

 

C. F.