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Auf dem Köhlersteig zur Göltzschtalbrücke
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Der Köhlersteig erschließt das untere Göltzschtal von Greiz bis Mylau. Zahlreiche Felsen bieten herrliche Ausblicke, auch auf die größte Backsteinbrücke der Welt. Venetianer suchten hier in alten Zeiten nach edlen Steinen und Metallen. Und die Aussteiger Finger und Lieb führten ein lustiges Höhlenleb
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Der Köhlersteig ist ein weniger bedeutender Wanderweg, der am rechten Hang des Göltzschtales durch die Wälder der Irchwitzer und Reinsdorfer Fluren, dem Sorgwald, von Greiz nach Mylau führt. Der Köhlersteig erschließt die Schönheiten des Landschaftsschutzgebietes Unteres Göltzschtal.
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Der besondere Reiz des Weges sind die Ausblicke von den Felsen, die man über romantische Steige erreicht. Leider sind diese Steige an den Köhlerspitzen reparaturbedürftig. Die Beschilderung mit Wegweisern wurde deshalb kürzlich entfernt. Doch der geübte Wanderer kann die Stiegen weiterhin begehen. Wer sich das nicht zutraut, der kann über eine ausgeschilderte Umleitung von der Talbacher Höhe aus zu den Aussichtspunkten der Köhlerspitzen gelangen. Wie auch immer, lohnen wird es sich allemal. Ausgangspunkt für Autofahrer ist der Parkplatz vor der Papierfabrik.
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Der Weg führt dann über die Serpentinenstraße hinauf zur "Kolonie", der Arbeitersiedlung der Güntherschen Papierfabrik. Wer den steileren Aufstieg wählen will, geht am ehemaligen Gasthaus "Göltzschtal" hinauf zur "Schönen Aussicht". Vom Papiermacherfelsen und von der "Schönen Aussicht" hat man Ausblicke über die Rothentaler Alpen und über die noch vorhandenen Fabrikanlagen. Und damit hat man auch schon das Besondere des Köhlersteiges erstmalig kennengelernt, die Ausblicke von den zahlreichen Felsen, die da heißen: Hoher Stein, Zwillingsfelsen, Eidechsenfelsen und Köhlerspitze.
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Der schönste Ausblick bietet sich von der Köhlerspitze. Sie ist auch im steilen Aufstieg vom Gasthaus "Waldfrieden" über die sogenannte Grubendrehe erreichbar. Der Blick auf der Felsenaussicht schweift von der Göltzschtalbrücke, der größten Ziegelbrücke der Welt, über die imposante Erhebung des Kleinen Kuhberges bei Netzschkau sowie über die einmalige Flußlandschaft des Landschaftsschutzgebietes "Unteres Göltzschtal".
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Oben auf der Flur findet sich am Rande eines Wäldchens ein Gedenkstein, im Volksmund "Russengräber" genannt. Dabei handelt es sich um eine Gedenkstätte für russische Kriegsgefangene, die bei der Zwangsarbeit in Landwirtschaft und Industrie während des Zweiten Weltkrieges den schlechten Bedingungen erlagen. Die Stätte wird bis heute von ehrenamtliche Helfern gepflegt. Und wer wie ich Kindheitserinnerungen an den Köhlersteig hat, der weiß zu schätzen, daß die Dickichte, Hänge und Felswände am Köhlersteig ein Dorado für Möchtegernräuber, -indianer, -cowboys und -bergsteiger zu allen Zeiten waren. Doch mit Ausrufezeichen sei angemerkt, daß vor waghalsigen Klettereien ein weißes Kreuz einst warnte. Von den schroffen Felsen des Hohen Steines zeugte es vom traurigen Ausgang einer Kletterpartie und den Absturtz eines 12 jährigen Jungen. Heute haben längst die Bergsteiger die schroffen Felsen für sich entdeckt. Auch Erwachsene suchten hier das Abenteuer.
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Nicht genug für unsere jugendliche Phantasie. Da mußten auch Höhlen her. Die hatten vor grauen Zeiten Männer gegraben, die über die Alpen herauf gekommen waren, die Venetianer auch als Vitalienbrüder bekannt. Sie sammelten Steine und suchten nach Erz. Ihre geheimsten Informationen über Erzvorkommen gaben sie dem nächsten weiter.
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So findet sich nahe der Gaststätte Waldfrieden am Uferhang der Göltzsch ein Stollenmundloch, die Venetianerhöhle. Hoch oben am Käppelstein (an der Einmündung der Straße von Netzschkau her - schwieriger Aufstieg) ist auch ein Stollenmundloch zu finden. Am Fels finden sich noch die Bearbeitungsspuren der Bergleute. Am Fuße des Käppelsteins sind noch heute die Hügel von Erzseiffen deutlich zu erkennen. Die Venetianer hatten es auf das Gold abgesehen, das die Göltzsch aus dem Erzgebirge herunter transportierte. Das Untere Göltzschtal bot aber auch der Industrie des 19. Jahrhunderts gute Bedingungen zur Ansiedlung. Die Papierfabrik und eine alte Pappenfabrik, die Schwarzhammermühle, nutzten Wasser und Wasserkraft der Göltzsch. In Steinbrüchen wurde wertvolles Gestein für den Straßenbau gewonnen und nahe der Gasstätte "Waldfrieden", in der "Grubendreh" soll sich in alten Zeiten ein Hammerwerk befunden haben. Am Ende der Wanderung lohnt als Ziel die größte Backsteinbrücke der Welt, die Göltzschtalbrücke. Wie zurück nach Greiz? Viele Wege führen zurück nach Greiz zum Ausgangspunkt der Wanderung. Wählt man den Höhenweg über Reinsdorf, Talbach und Irchwitz, wird man mit den schönsten Fernblicken auf die Göltzschtalbrücke aber auch auf Greiz belohnt.
Bilder und Text Wolfgang Trommer Ich möchte mich beim Autor Wolfgang Trommerfür die Bereitstellung bedanken
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