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Die Holzbrücke in Wünschendorf
Die Brücke ist 71 Meter lang und 4,30
Meter breit. Von den gemauerten Fundamenten abgesehen, ist die gesamte
Brücke aus Holz gebaut und mit Schindeln eingedeckt. Sie ruht auf 40 bis
50 cm dicken Holzbalken, die im Weidaer Staatsforst geschlagen wurden.
Sie gehört architektonisch zur Gruppe der „Balkenbrücken“ und ist die
die einzige in Deutschland original erhaltene Brückenkonstruktion ihrer
Art. Sie ist in ihrer Bauart vergleichbar mit der weltberühmten
Kapellbrücke am Vierwaldstätter See. Neben der Länge ist der
Hauptunterschied, dass die Wünschendorfer Holzbrücke komplett
geschlossen ist, um das Holz besser vor Fäulnis zu schützen.
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Die Holzbrücke und die große Eisfahrt
1830
Der folgende Eintrage wurden zur besseren
Information von der Seite Wünschendorf übernommen.
Schon zur Zeit der Klöster befand sich zwischen Wünschendorf und
Veitsberg eine Brücke über die Elster, im Jahre 1576 wurden wegen
Neubaus derselben Verhandlungen gepflogen, die auch zum Ziele führten.
Im siebenjährigen Krieg scheint die Elsterbrücke für beide Parteien von
Bedeutung gewesen zu sein, denn zuweilen lag monatelang eine
Brückenwache dort.. Am 27. Februar 1784 wurde die Brücke durch eine
gewaltige Eisfahrt zerstört.. Die jetzt vorhandene Holzbrücke, ein
Kunstbau damaliger Zeit, wurde im Jahr 1786 von sächsischen Staat
errichtet; der Schömberger Forst lieferte die gewaltigen Baumriesen, der
Pächter des Kammergutes Mildenfurth mußte die Hälfte der Fuhren leisten,
während die Bauern des Kirchspiels Veitsberg, zu dem auch in jener Zeit
Großfalka gehörte, die übrigen Frondienst-Fuhren verrichten mußten,
dafür waren, aber auch der Pächter und jene Bauern samt denen, die zum
Mühlzwang Mildenfurth gehörten, vom Brückengeld frei.
Als der Bau fertig war und eine Probebelastung vorgenommen wurde,
schaute der Baumeister, den seine Leute nur den "schönen Hans" nannten,
von der Höhe des Bornberges zu; mit dem Zusammenbruch der Brücke sollte
auch sein Leben enden, allein sein Werk bestand die Probe zur Freude
aller Bauleute glänzend. Noch heute bewundert wohl jeder Fremde, der
durch diese Brücke schreitet, den stolzen Bau und die gewaltigen Stämme,
die in denselben eingefügt sind, ein Schindeldach und seitlicher
Bretterbeschlag schützt alles Holzwerk vor Fäulnis.
So manche Ausbesserungen mußten im Laufe der Zeit an der Brücke
vorgenommen werden, ganz besonders umfangreich waren sie im Jahre 1830.
Zu jener Zeit wurde der doppelte Bohlenbelag von den senkrecht stehenden
Balken, die noch ungefähr 1,50 m tiefer als große Zapfen unter die
Brücke hinunterragten, getragen. Durch die gewaltigen Eismassen der
denkwürdigen Eisfahrt am 26. Februar 1830, die sich vor der Elsterbrücke
stauten, wurden die Zapfen, nachdem sie denselben lange Widerstand
geleistet hatten, so daß das ganze Flussbett, von der Brücke bis zum
Wehr mit Eisblöcken vollgestopft war, abgebrochen, der Brückenboden fiel
durch, und aller Verkehr durch die Brücke war auf viele Monate
unterbrochen.
Um wenigstens einen Übergang für den Fußverkehr herzustellen, wurden an
beiden enden der Brücke Leitern angelehnt, auf die sich kreuzenden
wagrechten Balken wurden Bretter gelegt, und so konnten Personen, wenn
auch nicht ohne Gefahr, die Elster überschreiten. Da die Wasser- und
Eismassen bei jenem großen Eisgang wegen der Verstopfung an der
Holzbrücke ihren gewöhnlichen Lauf nicht nehmen konnte, bahnten sie sich
einen Weg durch das Dorf überall Zerstörung und Verheerung anrichtend.
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Quelle: Beiträge zur Geschichte von Wünschendorf (Elster) und seiner
Umgebung, 2. Auflage, Bearbeitet von O. Fischer, Lehrer in Wünschendorf
(Elster) Quelle:
http://www.wuenschendorf.de |